Datenleck: Was jetzt zu tun ist – Schritt für Schritt
Wer viel online ist, war sehr wahrscheinlich schon von einem Datenleck betroffen – vielleicht mehrfach. Eine Benachrichtigung ist kein Notfall, verlangt aber eine ruhige, geordnete Reaktion.
Kurz gesagt
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie passend zu dem, was betroffen ist: Passwort des betroffenen Kontos und überall dort ändern, wo Sie es mehrfach genutzt haben, Zwei-Faktor-Authentisierung einschalten und auf Phishing mit Ihren Daten achten. Ob Ihre E-Mail-Adresse in bekannten Lecks auftaucht, prüfen Sie kostenlos mit dem HPI Identity Leak Checker.
Ein Datenleck heißt nicht, dass jemand Ihr Konto übernommen hat. Es heißt, dass Daten im Umlauf sein können. Entscheidend ist, was genau betroffen ist – eine E-Mail-Adresse, ein Passwort, Zahlungsdaten oder Ausweisdaten.
Was muss ich zuerst tun?
- Ändern Sie das Passwort des betroffenen Kontos – und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort genutzt haben. Laut Verbraucherzentrale zuerst das E-Mail-Passwort, denn darüber lassen sich andere Konten zurücksetzen.
- Schalten Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung ein, wo immer es geht.
- Wurden Zahlungsdaten veröffentlicht, informieren Sie Ihre Bank und lassen Sie die Karte gegebenenfalls sperren.
- Beenden Sie bei einem gehackten E-Mail-Konto laut BSI alle aktiven Sitzungen und warnen Sie Ihre Kontakte.
Wie prüfe ich, ob ich betroffen bin?
Mit dem Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam prüfen Sie kostenlos, ob Ihre E-Mail-Adresse in bekannten Datenlecks auftaucht. Das BSI verweist außerdem auf den Leak-Checker der Universität Bonn.
Wenn Ihre Identität missbraucht wird
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
- Informieren Sie Ihre Bank und die betroffenen Händler oder Dienste.
- Melden Sie den Missbrauch laut Verbraucherzentrale auch der Schufa, damit falsche Einträge geprüft werden.
Danach in Ruhe
- Rechnen Sie in den nächsten Wochen mit Phishing, das Ihre geleakten Daten nutzt – etwa Mails mit Ihrem Namen oder einer echten Bestellnummer.
- Stellen Sie auf einen Passwort-Manager um, damit ein Leck nie wieder mehrere Konten trifft.
- Überlegen Sie, ob Ihnen eine Überwachung von Lecks (Dark Web Monitoring) Ruhe gibt – sie ersetzt aber keinen der Punkte oben.
Nach einem Leck geht es nicht um null Risiko, sondern darum, die geöffnete Tür schnell und ohne Panik zu schließen.
Quellen · geprüft am 13. Oktober 2026
Redaktion PrivacyTechReview
Redaktion
Unsere Redaktion recherchiert Sicherheitsprodukte für Verbraucher anhand öffentlicher Herstellerangaben und der Berichte unabhängiger Testlabore.


